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Lexikon

Lexikon - Die Fesselstandstheorie 2

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Wurde auf Grund einer Versuchsreihe an verschiedenen Heereslehrschmieden, wozu die frühere Veterinärinspektion den Befehl gegeben hatte, entwickelt und fand ihren Niederschlag im Anhang I zur HDV 57 und im "Handbuch des Hufbeschlages" von Bauer. Das Hauptergebnis dieser Versuche war einerseits die Feststellung, dass kein Kausalzusammenhang zwischen Fussung und Verhalten des Hufes zum Fesselstand von vorn gesehen besteht, so dass es also grundsätzlich ein Kunstfehler ist, die Hufe nach der Fussung zuzubereiten, und andererseits, dass als einzige Richtlinie für die Hufzubereitung das Passen des Hufes zum Fesselstand von der Seite, von vorn und von hinten in Frage kommt.

Wie schon ausgeführt, geht die Fesselstandstheorie von derselben Hypothese aus wie die Zehenachsentheorie, dagegen besteht bezüglich der Methodik ein völliger Unterschied. Dieser wird durch die Einführung der Halbierungslinie des Mittelfußes hervorgerufen. Das an sich lobenswerte Bestreben, den Schmieden augenmaßlich leicht anwendbare Hilfslinie an die Hand zu geben, hat jedoch mit der Mittelfußlinie einen Fehlgriff getan, der das ausgeklügelte Gebäude der Fesselstandsmethode auf ein unhaltbares Fundament stellt. Die Anwendbarkeit der Mittelfußlinie setzt nämlich die Bedingung voraus, dass die Mittelebene der Zehenknochendie direkte Fortsetzung der Medianebene des Mittelfußes darstellt. Ist dies jedoch nicht der Fall, dann kann die Mittelfußlinie auch in ihrer Verlängerung nichts über das Passen des Hufes zum Fesselstand aussagen, denn die Mittelfußlinie markiert nur den Stand des Mittelfußes, aber nicht den des Fessels. Bei jeder zehenweiten und jeder zehenengen Stellung, ferner bei jeder unregelmäßigen Stellung mit Ungleichheit der diagonalen Drehung im Verlaufe der Zehe und des Mittelfußes, ferner ungleicher Ausbildung der Ballen oder Ballenverlagerung, wie sie bei einseitigem Trachtenzwang, hochgestauchter Hinterwand usw. vorkommt, ist die Mittelfußlinie nicht nur wertlos, sondern geradezu irreführend. Wenn Vertreter der Fesselstandstheorie (wie dies Richter in der Z. f. V Heft 7/1936tut) obige Einschränkungen als seltene "Ausnahmen von den Regeln" bezeichnen, dann muss mit allem Nachdruck auf die Unhaltbarkeit einer solchen Behauptung hingewiesen werden, weil nämlich die meisten unregelmäßigen Stellungen unter die angeblichen Ausnahmen fallen! Bricht man aber diese wirtschaftlich nicht haltbare Mittelfußlinie aus dem Gebäude der Fesselstandstheorie heraus, dann stürzen auch die Ideen vom Kippen und Drehen des Hufes, die so bestechend klingen, in sich zusammen, denn eine hintere Fessellinie, die mindestens zur Aufrechterhaltung der Fesselstandstheorie notwendig wäre, lässt sich aus den schon früher aufgeführten Gründen ebenfalls nicht vertreten, weswegen man ja gerade auf die "stets und bequem fixierbare Mittelfußlinie hinaufgegriffen, sich aber dabei leider vergriffen hat.

Ich hab während des letzten Krieges die Möglichkeit gehabt, an einer Heeres-Lehrschmiede die Anwendung der Fesselstandstheorie in praxi zu verfolgen. Die Häufigkeit der Falschkürzungen, die sich zwangsnotwendig aus dem Gebrauch der Mittelfußlinie ergaben, hat mich auch empirisch von der Gefährlichkeit dieser Theorie überzeugt, ganz abgesehen davon, dass die Begriffe von Kippen und Drehen ähnliche Vorgänge in manchen Schmiedegehirn ausgelöst haben! Bauer selbst gab mir gegenüber 1943 zu, "dass die Mittelfußlinie wieder verschwinden muss." Die Heeres-Lehrschmiede Hannover ist während des Krieges gegen die Fesselstandstheorie sogar Sturm gelaufen, indem sie diese durch die dort entwickelte Theorie vom Trachtenlängenverhältnis ersetzt wissen wollte.

Zusammenfassend wird daher festgestellt, dass die Fesselstandstheorie in der Methodik der Mittelfußlinie nicht als Richtschnur für die Hufzubereitung anerkannt werden kann.



 

 
 


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