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Hufschmied Uwe Bumel
orthopädische Beschläge

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Lexikon

Wie entstehen ausgebrochene und spröde Hufe? Was kann man dagegen tun?

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Wie viele kennen dieses Problem? Die Hufwand bricht immer mehr weg, das Hufeisen klappert ständig oder es ist schon nicht mehr möglich, das Eisen zu befestigen. Es kann auch sein, dass der Tragerand so weit weggebrochen ist, dass die Sohle zum Tragen kommt und das Pferd lahmt.

Mögliche Gründe wie es zu solch einem Huf kommen kann, sind:

a) Ein Grund für das Ausbrechen der Hufe, und damit widerspreche ich den Ratschlägen vieler Experten, ist das Abspritzen der Hufe mit Leitungswasser. Viele sagen jetzt, dass es doch natürlich wäre, dass der Huf mit Wasser in Verbindung kommt. Dem kann ich nicht widersprechen, jedoch haben sich die natürlichen Verhältnisse geändert. Das Leitungswasser ist nicht mehr dasselbe wie vor 50 Jahren. Es ist, wie man so schön sagt, hart geworden. Das heißt, der Anteil an Kalk und anderen Stoffen ist sehr hoch. Dieses Wasser macht den Huf spröde und rissig. Außerdem setz sich, bei beschlagenen Hufen, das Wasser, durch die alten Nagellöcher im Huf fest und fördert dort einen Fäulnisprozess im Bereich der weißen Linie. Es entsteht durch den Fäulnisprozess ein Hohlraum unter der Hornwand. Wird jetzt diese Hornwand belastet, so bricht sie weg.

b) Die regelmäßigen Hufbeschlagstermine werden nicht eingehalten. Wenn ein Pferd schon Eisen benötigt, dann sollte man die Beschlagsperioden von 6-8 Wochen einhalten. Überschreitet man diese Beschlagsperiode, so führt dies dazu, dass die Hornwände zu lang werden und die Hufe über das Eisen hinauswachsen. So wird der Druck auf die Hornwand größer und das Horn bricht weg.

c) Reiten auf hartem Boden. Die Gefahr, dass das Huf ausbricht, ist auf hartem, steinigen Boden größer. Deshalb sollte man den Huf zuerst auf hartem sandigen Boden trainieren, bevor man "Barfuß" auf der Straße reitet.

d) Ausgebrochene Hufe durch schlecht gemistete Ställe und falsches Einstreu. Der Fäulniseffekt entsteht auch, wenn das Pferd in einem schlecht gemisteten Stall steht. Dabei dringt das im Huf klemmende, jauchedurchträngte Stroh, unter das Eisen und kann so ebenfalls die weiße Linie angreifen. Nähere Erläuterung: Die Matratze aus Stroh sieht zwar oberflächlich trocken aus, jedoch beim Auftreten auf das mit Jauche getränkte Stroh oder Holzspänen, wird dieses aus dem Hohlräumen herausgedrückt und der Huf steht somit in einem Sumpf aus Urin und Kot. Die Wärme des Stalls bewirkt, dass sich in diesem Sumpf aus Urin und Kot durch chemische Prozesse Ammoniak bildet. In Verbindung mit Feuchtigkeit entsteht daraus dann eine starke Lauge, genannt Salmiakgeist. Da Hufhorn ein Eiweiß ist, wird es von dieser starken Lauge angegriffen und zersetzt. Das einmal geschädigte Hufhorn kann nun von Bakterien um so leichter angegriffen werden. Da Weichhorn empfindlicher als Harthorn ist, sind die ersten Anzeichen einer Zersetzung - Strahlfäule - und - Fäulnis im Bereich der weißen Linie.

Im fortgeschrittenen Stadium werden Hornwand und -sohle angegriffen. Bei Sägespänen und Torfmull wird diese Wirkung verstärkt, da sie stark hydroskopisch, d.h. wasserentziehend wirken. Sie entziehen dem schon angegriffenen Huf zusätzlich Feuchtigkeit und schwächen dadurch die Abriebfestigkeit des Hufes. Wichtig: Da es jedoch nicht jedem Pferdebesitzer möglich ist, auf die Stallhaltung Einfluss zu nehmen, so sollte er zumindest durch die richtigen Pflegemittel die Hufhornqualität stärken und schützen.

e) Instabile Hornqualität durch Reiten auf hartkörnigen Sandboden. Dieser Sand wirkt jedoch, bei schon geschwächter Hornqualität, wie Schmirgelpapier und zerstört die Glasurschicht, die den Wasserhaushalt regelt. Wiederum bekommen wir ausgetrocknete und spröde Hufe, die dazu neigen, weg zu brechen.

Zusammenfassung: Das heutige Leitungswasser und die Einstreu in Verbindung mit Jauche setzen beim Huf einen Fäulnisprozess in Gang und machen das Horn spröde. Auch der Boden, ob beim Reiten oder im Stall haben Schuld an diesem Geschehen. Die Folgen bei allen Punkten sind, dass der Huf instabil wird und schließlich ausbricht.

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